Digitale Marktplätze im Wandel: Betrug bei Ricardo, eBay oder Amazon

Das Bundesamt für Cybersicherheit publizierte Anfang des Jahres in einem Bericht[1], dass im Jahre 2023 Online-Betrugsfälle um 30% gegenüber dem Vorjahr zugenommen haben. Nun reagieren Amazon, eBay und Ricardo mit neuen Sicherheitsstrategien gegen Betrüger.

Der Kauf und Verkauf von neuen und gebrauchten Waren zwischen Privatpersonen erfolgt heutzutage hauptsächlich über Online-Plattformen. Während die meisten dieser Transaktionen reibungslos ablaufen, treten auf diesen Online-Marktplätzen leider auch Betrugsfälle auf. Und zwar immer mehr, wie das Bundesamt für Cybersicherheit (NCSC) in einem jüngst publizierten Bericht aufzeigt. So verzeichnete das NCSC bei gemeldeten Betrugsfällen auf Online-Plattformen im Jahre 2023 gar einen Anstieg von 30% gegenüber dem Vorjahr.

Die führenden Online-Marktplätze rüsten in Sachen Sicherheit auf

Wie der Tagesanzeigers aufzeigt, reagieren nun die führenden Online-Handelsplattformen wie Ricardo, Amazon, eBay und Co. mit verstärkten Massnahmen, um Ihre Kunden besser zu schützen[2]. Die neuesten Entwicklungen im Bereich E-Commerce und wie die Plattformen auf die steigende Anzahl von Betrugsfällen reagieren, um das Vertrauen und die Sicherheit ihrer Nutzer zu stärken, haben wir für Sie an dieser Stelle zusammengefasst.

Ricardo's Initiative: "Money Guard"

Ricardo, ein prominenter Akteur auf dem Schweizer Online-Marktplatz, hat kürzlich "Money Guard" eingeführt. Diese Schutzfunktion, momentan in der Pilotphase und kostenfrei für Nutzer, zielt darauf ab, Käufer teurerer Artikel effektiver zu schützen. Die Besonderheit: Die Bezahlung an den Verkäufer erfolgt erst nach bestätigtem Erhalt der Ware, was ein neues Sicherheitsniveau für Käufer darstellt.

eBay's erweiterter Käuferschutz

Als Reaktion auf die steigenden Betrugszahlen hat auch eBay seinen Käuferschutz verstärkt. Kunden der Plattform können nun mit einer Rückerstattung rechnen, falls Artikel nicht geliefert werden oder von der Beschreibung abweichen. Allerdings stellt eBay mehrere Bedingungen für eine Rückerstattung: Die Kunden müssen bestimmte Termine einhalten, Beweise für eine Nichtlieferung liefern und mit einer der vorgesehenen Zahlungsmethoden bezahlt haben.

Amazon und seine "A-bis-Z-Garantie"

Amazon, der zweitgrösste Onlinehändler in der Schweiz, bietet seit einigen Jahren eine "A-bis-Z-Garantie" sowie eine 30-tägige Rückgabeoption an. Diese Garantie gilt unabhängig davon, ob der Verkäufer des Produkts auf dem Amazon-Marktplatz ein Unternehmen oder ein Privatanbieter ist. Dieser Schutz deckt Fälle ab, in denen die Lieferung nicht ankommt oder der gelieferte Artikel nicht den Erwartungen entspricht.

Erfreuliche Entwicklung bei der Verbesserung der Sicherheit

Die jüngsten Entwicklungen im Bereich des E-Commerce zeigen, dass Plattformen wie Amazon, eBay und Ricardo aktiv daran arbeiten, das Vertrauen ihrer Kunden zu festigen und einen sicheren Online-Handel zu gewährleisten. Diese Initiativen halten wir für einen Schritt in die richtige Richtung. Wir raten dennoch weiterhin, beim Online-Handel wachsam zu bleiben und generell bei zu guten oder zu günstigen Angeboten skeptisch zu bleiben. Mehr nützliche Informationen zu Betrug auf Online-Platformen finden Sie auf der Seite der Schweizerischen Kriminalprävention (SKP).


[1] Siehe Medienmitteilung vom Bundesamt für Cybersicherheit vom 3. Januar 2024

[2] Bericht im Tagesanzeiger vom 15. Januar 2024 von Roberto Zimmermann: Onlinehändler reagieren auf Betrugswelle im Internet


Sie haben beim Online-Handel negative Erfahrungen gemacht?

Hier haben Sie die Möglichkeit, uns Ihre negativen Erfahrungen im Online-Handel mitzuteilen. Sie helfen uns dabei, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und somit auch in Zukunft über aktuelle Entwicklungen zu berichten und so weitere, potenzielle Opfer zu warnen.

lic. iur. Christian Jenny

«Wir begrüssen die neusten Sicherheitsentwicklungen der führenden Online-Handelsplattformen. Wir raten aber dennoch, weiterhin beim Einkauf via Internet skeptisch zu bleiben und "zugute" Angebote kritisch zu hinterfragen.»



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